Der Schwarm - Rezension

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Buchumschlag von Der Schwarm
Meine Meinung
Ein Buch wie ein Tsunami

Die Welt beobachtet ratlos und handlungsunfähig Natur-Phänomene, für die es keine Erklärung gibt. Was anfangs nur Verwunderung hervorruft, wird schnell zu einer wahren Bedrohung für alle Kontinente. Die Natur wendet sich gegen ihre Bewohner – die Menschen.

Die ersten Seiten liest man sich in seichtes Gewässer. Umspült von immer neuen Protagonisten und Umgebungen, taucht man schließlich ab in die Welten von Wissenschaftlern, Politikern, Journalisten und dem Militär. Die Geschichte plätschert vor sich und zieht sich immer mehr zurück... bis sie sich plötzlich vor einem aufbäumt und mit großer Wucht überschwemmt.

In den ersten Kapiteln lag ich jedoch auf dem Trockenen. Lange Ausführungen in zahlreichen Nebensätzen machten mir das Lesen schwer; immer wieder legte ich das Buch beiseite und hatte kaum Motivation weiterzulesen.
Und dann kam Seite 402.
Der Schwarm entwickelt sich von da an zu einem Blockbuster in gedruckter Form, den man kaum mehr weglegen kann.

Dennoch hat sich Frank Schätzing für meinen Geschmack mit knapp vierhundert Seiten, zu viel Zeit gelassen, um die Handlung ins rollen zu bringen. Auch der zunehmend Hollywood-artige Tenor hat die interessante Thematik für mich etwas zu sehr übertönt. Durch einen stärkeren Fokus auf die gesellschaftskritischen Ansätze hätte dieser Roman noch mehr Tiefgang erreichen können.

Ich bin froh dieses schon in die Jahre gekommene Buch endlich gelesen zu haben.
Fakten
Titel
Der Schwarm
Autor
Genre
Roman
Seiten
1008
Verlag
Sprache
Deutsch
Ausgelesen am
13.05.2015
Erhältlich bei
Amazon
Meine Bewertung

6 Herzen

Klappentext
Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Alpträumen.
Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.
Lieblingsstellen

«Amerikanische Kinder malten Hühner mit sechs Beinen, weil Hühnerschenkel im Sechserpack angeboten wurden. Man trank Milch aus einem Pappkarton und ekelte sich vor dem Inhalt eines Euters. Das Weltempfinden verkrüppelte, und damit einher ging Arroganz.»

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