Der alte Mann und das Meer - Rezension

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Buchumschlag von Der alte Mann und das Meer
Meine Meinung
Als ich diese schöne Neuauflage von Der alte Mann und das Meer vom Rowohlt Taschenbuch Verlag in einer Buchhandlung sah, konnte ich nicht daran vorbeigehen.

Zugegeben, ich wusste kaum etwas zu diesem Werk von Ernest Hemingway und wer ähnlich wie ich nicht weiß worum es genau geht und schon gar nicht das Ende kennt, der sollte die Einführung überblättern! Denn auf den ersten Seiten des schmalen Buches wird wie selbstverständlich die ganze Geschichte verraten und das Ende gespoilert. Ziemlich unschön wie ich finde; denn nur weil ein Buch einige Jahrzehnte alt ist, kann man nicht voraussetzen, dass jeder Leser das Ende bereits kennt!

Ich habe mich dann also allwissend mit dem alten Mann auf die Reise begeben. Hinaus aufs offene Meer; auf der Suche nach dem großen Fang.
Wie das Meer selbst spült Hemingway die Geschichte vorerst sachte voran und wieder zurück; stoisch wie die Wellen und Gezeiten. Als die Erzählung dann überschwappt und sozusagen Fahrtwind in die Segel bläst, hat mir das Buch recht gut gefallen. Hemingway schreibt so präzise und gekonnt, dass man die Schwielen an den Händen vom Tau und das Salzwasser auf den Lippen förmlich spürt. Zwar hat mich die Handlung an sich (keine Spoiler hier von mir!) nicht sonderlich mitgerissen oder nachhaltig beeindruckt, aber gelesen habe ich sie gern. Man sitzt mit dem Protagonisten im sprichwörtlich selben Boot und das macht es zu einer sehr intim erzählten und zunehmend sensiblen Novelle.

Die Geschichte vom Fischer Santiago ist so bedeutungsschwanger, dass mir die Stimme meiner ehemaligen Deutschlehrerin zurück ins Gedächtnis kroch. Ich hörte sie regelrecht die Klasse auffordern diverse Symbole des Buches zu interpretieren. Diese Schul-Assoziation musste ich so manches mal abschütteln und mich daran erinnern, dass ich hier heute freiwillig lese.

Ich werde dieses Buch sicherlich nicht noch einmal lesen, bin aber froh es getan zu haben.
Fakten
Titel
Der alte Mann und das Meer
Autor
Seiten
155
Verlag
Sprache
Deutsch
Ausgelesen am
08.12.2016
Erhältlich bei
Amazon
Meine Bewertung

6 Herzen

Klappentext
Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis 1953, ein Jahr später ausdrücklich von der Nobelpreis-Jury erwähnt: Hemmingways faszinierende Novelle über den kubanischen Fischer Santiago. Allein fährt er in einem kleinen Ruderboot aufs Meer. Vierundachtzig Tage hat er nichts gefangen. Sein junger Helfer wurde auf ein anderes Boot geschickt – der alte Mann sei vom Unglück verfolgt, sagen die Eltern. Doch nachdem Santiago wieder einen ganzen Tag lang umsonst gewartet hat, beißt ein sehr großer Fisch an und zieht ihn und das Boot hinaus aufs offene Meer. Ein ungleicher Kampf beginnt.
Lieblingsstellen

«Im Übrigen, dachte er, läuft doch irgendwie alles auf das Töten hinaus. Das Fischen bringt mich genauso um, wie es mich am Leben erhält.»

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