Ein ganzes halbes Jahr - Rezension

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Meine Meinung
Die Geschichte von Will und seinem Leben als Tetraplegiker im Rollstuhl nach einem tragischen Unfall. Gleichermaßen die Geschichte von Louisa, die nicht weiß was sie in ihrem Leben erreichen will und für ein ganzes halbes Jahr an Will gerät.
Das Cover sieht sehr, sagen wir mal weiblich aus und ich hörte im Zusammenhang mit dem Titel häufig das Wort Liebesgeschichte und frage mich, ob ich dieses Buch anders verstanden habe als scheinbar so viele.

Ich finde es sehr gut, dass das Thema Behinderung durch den Erfolg des Buches vielleicht wieder mehr an Aufmerksamkeit und idealerweise Verständnis gewinnt. Ich weiß natürlich nicht, wie authentisch die Tetraplegie beschrieben wurde, dennoch fand ich die Schilderungen sehr hilfreich und interessant.
Am wichtigsten war dabei für mich auch die Problematik Todeswunsch, Sterbehilfe die gesellschaftliche Inakzeptanz und Engstirnigkeit einiger Figuren in diesem Buch. Meiner Meinung nach hätte man hier facettenreicher damit umgehen können, anstatt nur einseitig die (vermutlich) weitverbreitete Anti-Haltung - auch die der Autorin?! - diesem Thema gegenüber zu unterstreichen.

Von mir aus hätte man daraus folglich keine Liebesgeschichte machen müssen - allerdings muss ich auch sagen, dass ich die Geschichte nicht hauptsächlich als solche beschreiben würde. Nicht nur, dass es über 3/4 des Buches dauert ehe Romantik aufkommt, auch finde ich diesen Aspekt nicht zentral genug für das Etikett Liebesroman o.ä. Das mag ich an dem Buch und auch dessen Verlauf und das konsequente Ende. Höhepunkte gab es allerdings für mich nicht; auch ist es literarisch kein Meisterwerk und im Laufe der Zeit etwas ermüdend.

Ein solides Buch mit tiefgründiger Materie, für mich nur leider nicht tief genug getaucht.
Fakten
Titel
Ein ganzes halbes Jahr
Autor
Genre
Roman
Seiten
512
Verlag
Sprache
Deutsch
Ausgelesen am
21.02.2014
Erhältlich bei
Amazon
Meine Bewertung

6 Herzen

Klappentext
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.
Lieblingsstellen

«Sie sagte Behinderteneingang, als würde sie an einem Artikulationswettbewerb teilnehmen.»

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